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Lesewoche 17/20

Wir befinden uns bereits in der 17. Woche des Jahres und ich habe lange nicht mehr geschrieben, was ich gelesen habe. Ehrlich gesagt, habe ich auch mehr Bücher gehört denn gelesen und mich überwiegend mit Netflix beschäftigt.

 

Planet der Affen hatte ich bereits vor einigen Wochen beendet. Ich bin ein Fan der Filme, der alten so wie der neuen. Die Story gefällt mir. Das Buch Boulle - Planet der Affenvon Pierre Boulle kannte ich aber bis dahinnicht. Die Geschichte ähnelt den Filmen insbesondere dem ersten Teil der 60er Reihe, hat aber auch viel eigenen Charme. So beginnt die Geschichte mit zwei Weltraumfahrern, das Pärchen Phyllis und Jinn, welche eine Flaschenpost finden. Die im All schwebende Flasche enthält das Manuskript von Ulysse Mérou, der darin sein Abenteuer auf einem Planeten von sprechenden Affen und stummen Menschen beschreibt. Das Buch war hervorragend. Vielleicht weil ich die Geschichte eh mag, wer weiß. Detlef Bierstedt spricht das Buch ein. Seine Stimme und Betonung geben den Habitus eines wissenschaftlichen Journalisten, wie es Ulysse ist, gut wieder. Das Ende ist dabei überraschend, wie es die Filme nicht ganz geschafft haben.

TitelPlanet der Affen
AutorPierre Boulle
ÜbersetzerMerle Taeger
SprecherDetlef Bierstedt
Dauer6 Stunden und 4 Minuten (ungekürzt)
ISBNB00NJ21OLK
(Audible Exklusiv)
VerlagAudible Studios
Erschienen09/2014

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Ich halte nicht viel von den großen Crash Propheten. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass die Börse von der Wirtschaftsentwicklung seit einiger Zeit entkoppelt zu sein scheint. Es werden immer neue Höchststände erklommen und selbst nach einer Covid-19 Talfahrt um die 40% hat sich der DAX anscheinend bei 10.000 Punkten stabilisiert, mal mehr oder weniger. Nach guten Zeiten kommen unweigerlich auch schlechte und nach denen wieder gute Zeiten. Das ist im Leben wie in der Wirtschaft oder an der Börse gleich. Vor vielen Jahren begeisterte mich ein Mann und ich verschlang all seine Bücher: André Kostolany hieß er.

Kostolany wurde 1906 in Budapest der k.u.k. Monarchie geboren. Zeitlebens war er Spekulant und scharfsinniger Beobachter der Wirtschaft und Finanzwelt. Seine Bücher waren für mich auch ein Einblick in die Vergangenheit. Seine Werke sind meist Aneinanderreihungen von Anekdoten und Geschichten eines Börsenspekulanten, die er mit seinen Überlegungen würzt. Zugegeben, je mehr Bücher man von ihm liest, desto öfter wiederholen sich manche Geschichten. 20 Jahre nach seinem Tod erschien eines seiner letzten Bücher als Hörbuch. Leider muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Es ist weniger fesselnd als ich in Erinnerung habe, was durchaus am Sprecher liegen mag, der es leider nicht schafft, die Geschichten so pfiffig herüberzubringen wie der Meister einst selbst.

TitelDie Kunst, über Geld nachzudenken
AutorAndré Kostolany
SprecherKnud Fehlauer
Dauer8 Stunden 12 Minuten
ISBN9783748400615
VerlagAudio Verlag München
Erschienen05/2019

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Geschichte wiederholt sich nicht, Geschichte reimt sich. Das habe ich mal gehört. Wir leben in aufregenden Zeiten und die Entwicklung der Wirtschaft mag noch einige Kapriolen machen. Nach Kostolany wollte ich etwas mehr über den großen Crash von 1929 lesen. Bei Die Kunst… wurde dieses einschneidende Ereignis einige Male thematisiert. John Kenneth Galbraith Der große Crash 1929 schien mir ein passendes Buch zum Thema. Vorneweg: Derzeit ist es in deutscher Sprache vergriffen und man muss es Second Hand kaufen. Es gibt einige deutsche Ausgaben und die ersten haben einige Übersetzungs- und Rechtschreibfehler. Ich habe ein derartiges Exemplar. Davon abgesehen ist es ein recht ordentliches Buch, wenn man einen Überblick über die damaligen Verhältnisse haben möchte. Galbraith war ein einflussreicher Ökonom, seine Beobachtungen und Analysen sind genau und trotzdem für Laien nicht langweilig zu lesen.

TitelDer große Crash - 1929
AutorJohn Kenneth Galbraith
ÜbersetzerinFr. Oettinger
Seiten205
ISBN3898790541
VerlagFinanzbuch Verlag
Erschienen2005, 1. Auflage

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Das letzte Buch, welches ich hier nennen möchte ist von Dirk Müller mit dem Titel Machtbeben: Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich nicht viel von Crash Propheten halte. Liest man den Titel, könnte man meinen, dass Müller eben so jemand sei. Dabei handelt es sich aber um eine wohldurchdachte Analyse der gegenwärtigen Umstände. Außer dem Virus, der verbreitete sich nach dem Erscheinen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch und sind jedem zugänglich. Ob Müllers daraus resultierenden Schlüsse richtig sind, kann man anzweifeln, ich schätze seine Kenntnis allerdings hoch ein.

TitelMachtbeben - Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten
AutorDirk Müller
SprecherDirk Müller
Dauer11 Stunden und 53 Minuten
ISBN978-3837148244
VerlagRandom House Audio
Erschienen12/2019

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