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Muskowski Beiträge

Bluten

There is nothing to writing. All you do is sit down at a typewriter and bleed.
Ernest Hemingway

Ich konnte es nie nachvollziehen. Menschen bluten nicht einfach so. Sie bluten wenn sie verletzt sind. Die Bedeutung dahinter ist mir klar. Ich habe schreiben aber nie so empfunden. Schreiben ist wie das Entladen einer Batterie, während sie sich beim Leben vollsaugt. Dieses Bild ist nicht so schön, nicht so romantisch und für einige sicher auch nicht passend. Schreiben ist individuell. Ich schätze, es ist egal, ob man ein Buch schreibt, einen Zeitungs- oder Blogartikel, es geht immer darum Gedanken auf das Papier zu bringen.

Hemingway war voller Erfahrungen, die meisten wahrscheinlich schmerzhaft oder intensiv. Er blutete auf das Papier und als er nichts mehr zu vergießen hatte, beendete er sein Leben.

Warum denke ich gerade jetzt an Hemingway und dieses Zitat? Suche ich einen Ansatzpunkt für diesen Blog oder für das Projekt zu meinem Geburtstag? Da läuft es gut. Ich schreibe meine Erinnerungen nieder, wie auch hoffentlich die anderen und tragen es später dann zusammen. Ich brauche keine Motivation, ich möchte nur wissen, was andere zum Schreiben antreibt.Ich schreibe und blogge gern.

My aim is to put down on paper what I see and what I feel in the best and simplest way.Ernest Hemingway

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Projekte

In diesem Jahr werde ich 40. Sogar schon bald.Ich bin bereits seit zehn Jahren nicht mehr jung, aber ich hätte mir einreden können, ich sei jung geblieben. Mit einer drei vorne ist das noch möglich, mit einer vier bin ich einfach nur älter. Es macht mir nichts aus: Das Alter, die Höhe der Zahlen. Die Zeit ist etwas anderes. Habe ich die Jahre gut genutzt? Was ist aus den Wünschen geworden? Zwei gute Freunde werden oder wurden in diesem Jahr auch 40. Ich kenne sie mein halbes Leben und das wörtlich. Seit zwanzig Jahren verbindet uns eine Freundschaft.

Zusammen haben wir beschlossen ein Projekt zu beginnen. Wir besuchen die Orte unserer Vergangenheit, machen Fotos und vergleichen sie mit den Bildern, die wir früher gemacht haben. Wir reden und schwelgen über und in Erinnerungen. Mir ist bewusst, dass der Versuch die Vergangenheit zu reanimieren, ein zweischneidiges Schwert ist. Es ist nicht gesund nur nach hinten zu blicken. Doch verblasst die Erinnerung und in weiteren zwanzig Jahren mag nichts mehr sichtbar sein. Es ist daher nur ein Projekt. Zeitlich begrenzt und nicht erweiterbar. Eine Zeitkapsel sozusagen, die die vergangenen Episoden mit der Linse der Gegenwart erneut einfängt.

Was ich aber nie vergesse ist, wie schön es ist, Freunde zu haben, die gleiche Ideen haben und sich dafür begeistern können.

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Keine Zeit zum Lesen

Im Moment ist es keine Zeit zum Lesen für mich. Ich habe einige Bücher begonnen, sie dann aber schnell beiseite gelegt. Fand alles langweilig. Ich meine, die Bücher sind teilweise gut, aber ich kann damit nichts anfangen. Geht mir mit Filmen und Serien derzeit ebenso. Ich hatte nie ein Problem damit, selbst eine grenzwertige Story als gegeben zu akzeptieren um mich dann von ihr berieseln zu lassen. Klar, Anspruch sollte immer sein, wie auch immer. Derzeit ist im Vergleich mit der wirklichen Welt jede Fiktion langweilig. Kann ich das so sagen?

Ein derartiges Gefühl hatte ich schon öfter. Mauerfall, 11. September, ich muss nicht mal so hoch greifen: Umzug, Jobwechsel, Tod eines Verwandten. Nichts davon ist in letzter Zeit passiert. Ich meine nur, dass man manchmal aus einer bestimmten Leichtigkeit herausgerissen wird.

Der Elefant in meinem Porzellanladen heißt Corona. Ich habe keine Angst vor einer Ansteckung und befürchte auch keine Diktatur, es geht eher darum, dass dieses Virus wie ein dicker, fetter Elefant alles andere aus dem Raum verdrängt. Höchstwahrscheinlich bin ich selber schuld, war ich anfangs hinter den Nachrichten wie ein Fixer nach der Nadel her, mittlerweile habe ich meinen Konsum runtergeschraubt und nun kommt die Wirklichkeit. Man geht wieder zur Arbeit, man trifft sich wieder mit Freunden und Bekannten auf ein Bier, verhalten natürlich und man ist bei dem Wetter draußen. Und alle reden nur über das Virus, die Maßnahmen, einen Impfstoff, selbst die Proteste in den USA werden unter den Gesichtspunkten der Pandemie debattiert.

Es soll keine Wertung sein, ich halte mich auch aus solchen Gesprächen ‚raus, meine Gedanken werden trotzdem darauf gelenkt. Es fällt mir schwer, mich dann auf andere, fiktive Dinge zu konzentrieren, sie scheinen so unwichtig zu sein. Produktiv bin ich trotzdem nicht. Ich sitze dann statt zu lesen oder Bücher zu hören rum, mache mir Gedanken über mich, mein Leben oder meine Zukunft, was ja alles irgendwie dasselbe ist.

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Kuttner – Mängelexemplar & Kurt

Bin gerade dabei Bücher zu hören, die ich schon immer mal hören wollte. Sarah Kuttner ist schon lange auf meiner Wunschliste. Mängelexemplar, Wachstumsschmerz, 180 Grad Meer und Kurt. Ich habe mich für den aktuellen Roman Kurt entschieden und, nachdem ich diesen abgebrochen habe für ihren Erstling Mängelexemplar. Die Themen beider Bücher sind keine leichte Kost.

 

In Mängelexemplar taucht der Leser in die Gefühlswelt von Karo ein. Sie ist Mitte 20 und steckt in einer Beziehung, mehr aus Gewohnheit, denn aus Liebe. Wir lernen sie kennen, nachdem sie ihren Job verloren hat, als sich ihre Freunde langsam von ihr entfernen und lange nachdem sie als Kind von ihrer Mutter emotional auf Distanz gehalten wurde und ihr Onkel sie sexuell Missbraucht hat. An diesem Punkt bricht sich schiere Angst bahn und die dahinterliegende Depression tritt hervor.

Ich hatte mit Kurt angefangen, aber es fehlte die Motivation weiterzuhören. Schlicht, es fesselte mich nicht. Also dachte ich, ich höre mir den Erstling an. Oder ich höre da zumindest rein. Und ich war in den ersten Minuten drin. Ich hörte Minute nach Minute. Keine Langeweile, mitunter etwas übersättigt aufgrund des Themas. Fünf Stunden Gefühlsleben zu hören, ist nicht einfach. Kuttner schreibt in einer verständlichen, bildhaften Sprache. Sie beschreibt Karo als liebenswerte, quirlige, witzige und starke Person, ihre Gefühlswelt ist für den Leser nachvollziehbar. Auch Menschen ohne Kenntnis über Depression, erhalten ein Bild von dieser Erkrankung. Das Ende ist dabei immer eine Frage des Geschmacks. Soll es ein Happy End geben, soll es realistisch sein, kann ein Happy End nicht auch realistisch sein? Es ist ein Buch, eine Episode eines Lebens und es endet wie es endet.

TitelMängelexemplar
AutorSahra Kuttner
SprecherSahra Kuttner
Dauer5 Stunden und 17 Minuten
ISBN978-3866107625
VerlagArgon Verlag
Erschienen03/2009

***

 

Lena und Kurt ziehen aus Berlin in ein Haus in Oranienburg. Kurt ist der Vater vom kleinen Kurt und will näher bei ihm sein, um die Erziehungszeit mit seiner Ex-Frau zu teilen. Es ist ein langweiliges Pärchen, welches in die langweilige Provinz zieht um langweilige Garten- und Hausarbeiten zu machen. Der Kontrapunkt ist dann der Unfalltod des kleinen Kurt. Bis dahin zieht sich das Buch so sehr, dass ich es erst mal bei Seite legen bzw. auf Pause drücken musste. Ich fand den ersten Teil, rund 1 Stunde und 30 Minuten oder 30%, äußerst unspannend, überhaupt nicht fesselnd. Der zweite Teil beginnt mit einer Zusammenfassung des Bestattungsrechts in Brandenburg. Füllmaterial. Überhaupt wirkt das Buch wie ein riesen großes Paket voll mit zerknülltem Packpapier nur damit ein kleiner Gegenstand nicht beim Transport hin- und hergerüttelt wird. Das Packpapier ist nett, aber eben nur unnötiger wiederverwerteter Ballast. Kuttner schreibt immer noch leicht, die Sprache ist bildhaft, etwas weniger als in Mängelexemplar, aber ansonsten immer noch gut. Die Geschichte ist flach. War sie zwar auch bei Mängelexemplar, da ging es aber nicht um eine Geschichte, sondern um das Innere der Protagonistin. In Kurt mag es auch darum gehen, nämlich die Verarbeitung der Trauer, aber bis es dazu kommt vergeht zu viel Zeit.

TitelKurt
AutorSahra Kuttner
SprecherSahra Kuttner
Dauer5 Stunden und 8 Minuten
ISBN978-3839817131
VerlagArgon Verlag
Erschienen03/2019

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Der Pate

Heute feiert Al Pacino seinen 80. Geburtstag. Er ist einer der besten Schauspieler unserer Generation. Berühmt wurde er durch seine Rolle in Der Pate. Dabei ist die Rolle des Michael Corleone nicht einmal die titelgebende. Im ersten Teil der Trilogie ist er der jüngste Sohn vom Don. Ohne Ambitionen zum Familiengeschäft verrichtet er Dienst als amerikanischer Soldat im Zweiten Weltkrieg. Auch sein Vater, Don Vito, sieht ihn eher als Politiker, denn in Hinterzimmern Gefälligkeit zu erweisen und einzufordern. Es kommt anders. Und in drei Filmen, die Meisterwerke sind, auch wenn der erste Teil unerreicht ist, avanciert Al Pacino zum Inbegriff des Paten. Sehr viel Lob.

Witzigerweise stammt Pinos Vater aus dem kleinen Dorf, welches namensgebend für die Mafiafamilie ist: Corleone. Vor vielen Jahren nach dem ich die Filme gesehen habe, las ich das Buch. Es war eher zufällig. Ich fand es in einer Bücherkiste und es handelte sich um einer Ausgabe eines Buchclubs. Es war fesselnd geschrieben und ich ich hatte das Buch von Mario Puzo in drei oder vier Nächten durch.

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Lesewoche 17/20

Wir befinden uns bereits in der 17. Woche des Jahres und ich habe lange nicht mehr geschrieben, was ich gelesen habe. Ehrlich gesagt, habe ich auch mehr Bücher gehört denn gelesen und mich überwiegend mit Netflix beschäftigt.

 

Planet der Affen hatte ich bereits vor einigen Wochen beendet. Ich bin ein Fan der Filme, der alten so wie der neuen. Die Story gefällt mir. Das Buch Boulle - Planet der Affenvon Pierre Boulle kannte ich aber bis dahinnicht. Die Geschichte ähnelt den Filmen insbesondere dem ersten Teil der 60er Reihe, hat aber auch viel eigenen Charme. So beginnt die Geschichte mit zwei Weltraumfahrern, das Pärchen Phyllis und Jinn, welche eine Flaschenpost finden. Die im All schwebende Flasche enthält das Manuskript von Ulysse Mérou, der darin sein Abenteuer auf einem Planeten von sprechenden Affen und stummen Menschen beschreibt. Das Buch war hervorragend. Vielleicht weil ich die Geschichte eh mag, wer weiß. Detlef Bierstedt spricht das Buch ein. Seine Stimme und Betonung geben den Habitus eines wissenschaftlichen Journalisten, wie es Ulysse ist, gut wieder. Das Ende ist dabei überraschend, wie es die Filme nicht ganz geschafft haben.

TitelPlanet der Affen
AutorPierre Boulle
ÜbersetzerMerle Taeger
SprecherDetlef Bierstedt
Dauer6 Stunden und 4 Minuten (ungekürzt)
ISBNB00NJ21OLK
(Audible Exklusiv)
VerlagAudible Studios
Erschienen09/2014

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Ich halte nicht viel von den großen Crash Propheten. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass die Börse von der Wirtschaftsentwicklung seit einiger Zeit entkoppelt zu sein scheint. Es werden immer neue Höchststände erklommen und selbst nach einer Covid-19 Talfahrt um die 40% hat sich der DAX anscheinend bei 10.000 Punkten stabilisiert, mal mehr oder weniger. Nach guten Zeiten kommen unweigerlich auch schlechte und nach denen wieder gute Zeiten. Das ist im Leben wie in der Wirtschaft oder an der Börse gleich. Vor vielen Jahren begeisterte mich ein Mann und ich verschlang all seine Bücher: André Kostolany hieß er.

Kostolany wurde 1906 in Budapest der k.u.k. Monarchie geboren. Zeitlebens war er Spekulant und scharfsinniger Beobachter der Wirtschaft und Finanzwelt. Seine Bücher waren für mich auch ein Einblick in die Vergangenheit. Seine Werke sind meist Aneinanderreihungen von Anekdoten und Geschichten eines Börsenspekulanten, die er mit seinen Überlegungen würzt. Zugegeben, je mehr Bücher man von ihm liest, desto öfter wiederholen sich manche Geschichten. 20 Jahre nach seinem Tod erschien eines seiner letzten Bücher als Hörbuch. Leider muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Es ist weniger fesselnd als ich in Erinnerung habe, was durchaus am Sprecher liegen mag, der es leider nicht schafft, die Geschichten so pfiffig herüberzubringen wie der Meister einst selbst.

TitelDie Kunst, über Geld nachzudenken
AutorAndré Kostolany
SprecherKnud Fehlauer
Dauer8 Stunden 12 Minuten
ISBN9783748400615
VerlagAudio Verlag München
Erschienen05/2019

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Geschichte wiederholt sich nicht, Geschichte reimt sich. Das habe ich mal gehört. Wir leben in aufregenden Zeiten und die Entwicklung der Wirtschaft mag noch einige Kapriolen machen. Nach Kostolany wollte ich etwas mehr über den großen Crash von 1929 lesen. Bei Die Kunst… wurde dieses einschneidende Ereignis einige Male thematisiert. John Kenneth Galbraith Der große Crash 1929 schien mir ein passendes Buch zum Thema. Vorneweg: Derzeit ist es in deutscher Sprache vergriffen und man muss es Second Hand kaufen. Es gibt einige deutsche Ausgaben und die ersten haben einige Übersetzungs- und Rechtschreibfehler. Ich habe ein derartiges Exemplar. Davon abgesehen ist es ein recht ordentliches Buch, wenn man einen Überblick über die damaligen Verhältnisse haben möchte. Galbraith war ein einflussreicher Ökonom, seine Beobachtungen und Analysen sind genau und trotzdem für Laien nicht langweilig zu lesen.

TitelDer große Crash - 1929
AutorJohn Kenneth Galbraith
ÜbersetzerinFr. Oettinger
Seiten205
ISBN3898790541
VerlagFinanzbuch Verlag
Erschienen2005, 1. Auflage

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Das letzte Buch, welches ich hier nennen möchte ist von Dirk Müller mit dem Titel Machtbeben: Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich nicht viel von Crash Propheten halte. Liest man den Titel, könnte man meinen, dass Müller eben so jemand sei. Dabei handelt es sich aber um eine wohldurchdachte Analyse der gegenwärtigen Umstände. Außer dem Virus, der verbreitete sich nach dem Erscheinen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch und sind jedem zugänglich. Ob Müllers daraus resultierenden Schlüsse richtig sind, kann man anzweifeln, ich schätze seine Kenntnis allerdings hoch ein.

TitelMachtbeben - Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten
AutorDirk Müller
SprecherDirk Müller
Dauer11 Stunden und 53 Minuten
ISBN978-3837148244
VerlagRandom House Audio
Erschienen12/2019

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Social Distancing

Der Lockdown wird langsam gelockert. Seit dieser Woche haben einige Geschäfte wieder auf, man soll aber nach wie vor Abstand halten. 1,5 Meter. Die Politik diskutiert eine Maskenpflicht. Ich schätze Mund-Nase-Gesichtsmasken sind wieder zu haben. Letztens war ich in der Apotheke, die verkaufen solche Masken Stückweise für 3 Euro. Bin gespannt auf eine derartige Maskenpflicht.

 

War seit dem letzten Eintrag aber fast nur zu Hause. Einmal musste ich Essen und Getränke besorgen und einmal zur Apotheke. Ich halte mich nicht für einen Prepper, aber meine Vorratshaltung scheint für Krisenfälle geeignet zu sein. Dabei ist das Internet allerdings die Achillesferse. Ich habe keinen Fernsehanschluss, ich streame nur. Bis vor kurzem hatte ich auch nur eine alte Stereoanlage. Habe mir mittlerweile zwei kleine neue Radios gekauft. Was Nachrichten angeht bin ich auf das Netz angewiesen. Aber auch sonst. Sicher ich habe Bücher aus Papier und noch einige DVDs und BluRays aber als ich den Player vor kurzem mal wieder eingeschaltet habe, wollte er eine Update der Firmware. Und einen guten Teil der Bücher die ich höre, habe ich nicht runtergeladen, sondern streame ich ebenfalls. Oder spiele Games mit Onlinezwang. Eine Quarantäne ohne Netz wäre schon hart. Wie auch normale Zeiten.

 

Künftig soll man Abstand zueinander halten, wie jetzt auch schon. 1,5 Meter wird als sicher angesehen. Social distancing. Wobei es schwer sein wird, dies immer einzuhalten. Was mich wundert, dass niemand mehr über einen Impfstoff redet. Mich würde der Fortschritt interessieren. Muss ich mal googeln.

Laut der Johns Hopkins Universität wurden in Deutschland
147.065 Menschen als infiziert erfasst davon sind
95.200 genesen und
4.862 verstorben. Macht
47.003 aktuelle Fälle.
Stand 21.04.2020

 

Ich habe die Zeit der Ausgangssperre mehr oder weniger genutzt. Ich hab jetzt Netflix! Ein wenig gelesen, etwas geschrieben (nicht im Blog…) und meine Accounts bei den sozialen Medien gepflegt. Zugegeben, ich bin eigentlich nirgends aktiv. Nicht mehr. Twitter reizt mich immer mal wieder, es war früher allerdings amüsanter, finde ich. Oder ist das Nostalgie? Ich hatte dort Spaß, aber dann wurde es so politisch, so dumm politisch. Mastodon ist etwas erträglicher, aber es sind kaum Leute da. Also solche die man kennt, nicht erst kennenlernen muss
Vielleicht wage ich, dem Zirkus noch einmal eine Chance zu geben.

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Ende Woche zwei

Die zweite Woche Isolation oder extremes Social Distancing endet bald. Nächste Woche muss ich raus, um Getränke und etwas zum Essen einzukaufen. Die Einschränkungen sollen noch bis zum 20. April gehen, werde versuchen, etwas mehr einzukaufen und bis dahin nicht mehr raus zu gehen. Klingt schräg aber ich habe mich fast zu gut an diese Situation gewöhnt. Die Gefühle sind ambivalent. Wenn ich die Bilder aus Italien sehe oder jetzt aus den USA oder eigentlich fast überall her, dann packt mich das Grauen, die Angst vor einer ähnlichen Situation hier, andererseits bin ich zuversichtlich und hoffe, dass wir bald die  Kurve der Neuinfektionen abflachen können.

In den modernsten Ländern der Welt fehlen einfache Dinge wie Mundschutze und nicht ganz so einfache Dinge wie Beatmungsgeräte. Präsident Trump hat daher ein Gesetz aus Zeiten des Korea Krieges wieder aktiviert, den Defense Producton Act. Darin wird die US-Regierung ermächtigt, privaten Unternehmen Weisung zu erteilen, kriegswichtige Produkte zu fertigen. General Motors wurde angewiesen, Beatmungsgeräte herzustellen. Amerika befindet sich nun im Krieg gegen einen unsichtbaren Gegner.

Die Zahlen der Infektionen steigen weltweit. 601.478 sind es derzeit. Das neue Epizentrum sind die USA mit 104.837 Fällen und 1.711 Verstorbenen. Italien hat 86.498 Fälle und 9.134 Verstorbene; Deutschland 53.340/395. Zahlen dominieren mein Denken. Ich hoffe, irgendwann mal einen Knick in der Kurve zu entdecken, aber die Zahlen werden immer größer.

Diejenigen, die draußen arbeiten, Postboten, Entsorger, Kassiererinnen und natürlich Ärzte und Pflegekräfte machen einen hervorragenden Job. Aber gerade die Bilder letzterer machen einen traurig. Bereits am 12.03.2020 berichtete Der Tagesspiegel darüber, dass Patienten mit Symptomen, die 80 Jahre oder älter sind, nicht mehr behandelt werden:

Wenn jemand zwischen 80 und 95 Jahre alt ist und große Atemprobleme hat, führen wir in der Regel die Behandlung nicht fort. Das gleiche gilt, wenn eine mit dem Virus infizierte Person eine Insuffizienz in drei oder mehr lebenswichtigen Organen aufweist. Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen.

Christian Salaroli Narkosearzt aus Bergamo

Quelle: Tagesspiegel vom 12.03.2020, abgerufen am 28.03.2020 11.30 Uhr

 

Ähnliche Vorgaben soll es auch in Staßburg geben. Dies berichten Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin sowie die Département-Präsidentin von Straßburg, Brigitte Klinkert, zumindest laut dem Tagesspiegel. Die Universitätsklinik Straßburg bestreitet jedoch eine derartige Triage, vielmehr spielten andere Kriterien neben dem Alter ebenfalls eine Rolle.

Quelle: Tagesspiegel vom 28.03.2020, abgerufen am 28.03.2020 11.35 Uhr

 

Gute Nachrichten sind aber auch wichtig. So haben eine 95 Jahre alte Frau und ein 101-jähriger Mann in Italien die Erkrankung überstanden und sind geheilt.
Ich bin heute zuversichtlicher.

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Tag 4 der Isolation

Ich hatte mich Montag noch entschlossen, in selbstauferlegte Isolation zu gehen. Nicht, weil ich den Virus habe, das weiß ich nicht, bin aber Symptomfrei, sondern, um möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen zu haben und so zu helfen, die Verbreitung zu verhindern.

Symptomfrei ist ein gutes Stichwort. Ich würde mich gerne testen lassen, einfach nur um sicher zu gehen. Natürlich verstehe ich, dass sich nicht 83 Millionen Bürger testen lassen können, zumindest nicht auf einmal, trotzdem wären Massentests in der Bevölkerung meines Erachtens sinnvoll, das hat man auch in Süd Korea gemacht. Positiv getestete Menschen kämmen dann vielleicht nicht auf die Idee Corona Partys zu feiern.

Aktuell, stand 23.22 Uhr am Donnerstag, den 19.03. sind Weltweit 242.191 Menschen erkrankt/infiziert.In der italienischen Stadt Bergamo wurden die Leichen rund 70 Verstorbener in andere Gemeinden transportiert, weil auf dem Friedhof kein Platz mehr war bzw. die Kapazitäten für die Einäscherung schlicht nicht mehr vorhanden sind. Die Bilder von den Militärfahrzeugen, die die Toten überführen, hat mich sehr traurig gemacht. Italien muss gerade eine schlimme Zeit durchstehen, wie auch Spanien und zuvor China und vermutlich bald der Rest Europas und der USA. Ich bin nicht sonderlich religiös, aber Gott möge uns gnädig sein- dieser Wunsch wird zumindest nicht schaden.

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Erste längere Pause

Fünf Wochen ist der letzte Beitrag her. Als ich Anfang des Jahres mit diesen Blog begann, hatte ich nur eine wage Vorstellung, worüber ich schreiben wollte. Bücher, das war klar. Lesetagebuch? Abliefern von Rezensionen? Es gibt tausend derartiger Blogs und keines davon lese ich gerne. Nicht falsch verstehen, sie mögen gut sein, aber ich lese sie nicht. Was würde ich gerne lesen? Das ist die Frage, die ich mir stelle, denn was ich lesen wollen würde, sollte ich schreiben. Ich finde etwas Zeitgeschehen gut, ich lese gerne über vergangene Dekaden und Ereignisse. Faszinierend finde ich mitunter welche Bücher dann gelesen bzw. gekauft wurden. Eine Leidenschaft sind daher auch Listen a la SZ-Bibliothek, die den Anspruch hat, das vergangene Jahrhundert literarisch greifbar zu machen.

Liebe in Zeiten der Cholera und bloggen in Zeiten des Corona Virus. Stand ist, dass 156.000 Menschen weltweit mit dem Virus infiziert sind. Auch wenn ich keine allzu große Angst meinetwegen habe, sorge ich mich doch um einige Angehörige und Freunde, die zu Risikogruppen gehören. Das ist natürlich auch ein Grund für längere Pausen und das Überdenken des Bloggen an sich. Es gibt wichtigeres als Bücher oder das Schreiben darüber. Wenn man allerdings erst einmal vier Wochen nichts zu tun hat, ist das Bloggen auch die Befriedigung des Bedürfnisses nach Kommunikation.

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